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13.03.2015 / Sensationsfund in Uetersen

 

 

Uetersen. „Stets findet Überraschung statt, da, wo man’s nicht erwartet hat. Dieser Aphorismus stammt von Wilhelm Busch. Gestern wurde er zitiert. Über die Lippen kam der Gedanke des Dichters Wolfgang Balasus, Leiter der Rosenstadtschule. Den Direktor zog es kürzlich ins staubige Archiv „seiner“ Schule, ahnend, was er dort finde.

 

Denn mit halbem Blick hat Balasus die Bilder schon einmal ins Auge gefasst, die nun für Furore sorgen sollten. Auslösendes Moment für Balasus’ Recherchebemühungen war der kürzlich erschienene UeNa-Artikel, der die Schenkung eines großformatigen Roth-Bildes einer Familie aus Boostedt zum Thema hatte. Sollten die Objekte, die der Rektor einst erblickt hatte, ebenfalls Werke des großen Uetersener Heimatmalers sein? Die sechs Bilder sah sich der geschichtsbewusste Pädagoge nun genauer an. Und siehe da, alle trugen die typische Signatur von Kurt Roth.

 

Bekanntlich lebte der 1899 in Ratingen bei Düsseldorf Geborene ab 1920 in Uetersen. Seine Wohnung befand sich im Kloster. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des studierten Künstlers lassen sich als sehr bescheiden beschreiben. Roth malte vorzugsweise in Öl. Viele Motive entstammen seiner holsteinischen Wahlheimat. Die sechs Bilder, die gestern als Dauerleihgabe dem Verein „Historisches Uetersen“ übergeben worden sind, haben das Kloster, das Rosarium, einen Blick von Neuendeich auf Uetersen und andere Landschaftsmotive aus der Region zum Thema.

 

 

Die Frage, die im Beisein der Bürgermeisterin während der Übergabe nur spekulativ beantwortet werden konnte, war die nach der Herkunft der Bilder. Warum lagerten sie über so viele Jahrzehnte in der Schule? Jens Peter Dorra vom Heimatmuseum vermutet, dass es sich um Auftragsarbeiten der Stadt handelt, beziehungsweise um solche von Bürgermeister Heinrich Wilckens, von dem gesagt wird, er sei zuweilen Roths einziger Kunde gewesen.

 

Einige Bilder, darunter die Großformate, befinden sich in schlechtem Zustand. Dort ist die Rahmung schwer beschädigt, ein anderes Bild weist einen Schnitt quer über die Leinwand auf. Bei einem dritten Bild ist sogar ein dickes Loch in selbiger.

 

Dorra und Vereinsvorsitzender Johann Otto Plump informierten darüber, dass sie alle Bilder zunächst einem Restaurator übergeben müssten, der die schlimmsten Schäden beseitigen soll.

 

Das werde, so die beiden Vorstandsvertreter, sicherlich sehr teuer werden. Doch die Bilder hätten beträchtliche kulturhistorische Bedeutung. Man wolle versuchen, diese Last zu stemmen.

 

Wobei natürlich Sponsoren sehr willkommen wären, Gönner also, die die Arbeit des Museums in ganz konkreter Form unterstützen möchten.

 

Melden dürfen sich solche Kulturfreunde gerne beim Vorsitzenden, der diesbezüglich telefonisch unter 04122/2319 zu erreichen ist.

 

Das stadt- und heimatgeschichtliche Museum an der Parkstraße beherbergt bereits mehrere Roth-Bilder. Zu besichtigen sind diese und alle weiteren Exponate von heimatgeschichtlicher Bedeutung jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von jeweils 14 bis 17 Uhr.

 

Klaus Plath (aus: UeNa -online- 13.03.2015)

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